
Am Donnerstag, den 28. Mai, laden wir zu einem medizin-ethischen Vortrags- und Diskussionsabend ein. Benedikt Jestädt, Kandidat der Medizin der JLU Gießen, hat in 2025/26 im Auftrag der Universität Tübingen in Lambaréné, dem Hauptort der Provinz Moyen-Ogooué in Gabun, ein biomedizinisches Forschungsprojekt durchgeführt. Die Erlebnisse und Einblicke, die unser Referent im Kontext seiner speziellen Forschungen dabei sammeln konnte, haben ihm deutlich gemacht, dass historische Machtasymmetrien aus der Kolonialzeit immer noch fortbestehen und wie eurozentrische Einstellungen auch heute noch die Wissensproduktion und Forschungspraktiken bestimmen. Unter dem Titel "Biomedizinische Forschung in Gabun: Zwischen Wasser und Wirklichkeit- Urogenitale Schistosomiasis als Brennglas postkolonialer Verflechtungen in der globalen Gesundheitsforschung“ laden wir ein zu kritischer Reflexion und Diskussion.
Referent: cand. med. Benedikt Jestädt, JLU Gießen
Info/ Kontakt: Benedikt Jestädt
Hintergrund: Die Stadt Lambaréné, nur wenige Kilometer südlich des Äquators inmitten des zentralafrikanischen Regenwaldes am Fluss Ogooué gelegen, ist berühmt für ihr Krankenhaus, das vor über einem Jahrhundert von Dr. Albert Schweitzer gegründet wurde. Seine Erlebnisse von damals hat Albert Schweizer in seinem Buch "Zwischen Wasser und Urwald" literarisch verarbeitet. Seine Einstellungen sind durchaus noch geprägt vom kolonialen Zeitgeist der 20er Jahre. Anfangs im Dienst der französischen Missionsgesellschaft ist ihm erst allmählich deutlich geworden, welches Leid die Europäer der einheimischen Bevölkerung zufügten. Auch heute ist es nötig, die Wirklichkeit offen in den Blick zu nehmen, um zu erkennen, wir sehr die Medizin im globalen Süden von der Medizin des globalen Nordens dominiert wird.
